Orakel
wollen wir keine sprechen, wohl aber den Medienmarkt scharf beobachten.
Deshalb fühlen wir regelmässig rund 40 Experten
aus der Kommunikationswirtschaft und der Medienwissenschaft den
Medienpuls.
Übrigens: Warum das DELPHInarium
weniger mit Meeressäugern, als vielmehr mit Forschungsmethoden
zu tun hat.
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DELPHInarium 2/2004
Mobile Chancen für Medienunternehmen
Der mobile Kanal wird die Mediennutzung nachhaltig beeinflussen. Davon könnten auch die bestehenden Mediengattungen profitieren, sofern sie sinnvolle Ergänzungsangebote entwickeln.
Etwa 80 Prozent aller Schweizerinnen und Schweizer besitzen ein oder mehrere mobile Endgeräte.
Die DELPHInarium-Experten befassten sich mit den Perspektiven, die sich daraus für Medienunternehmen ergeben.
Die meisten Experten sehen in der Verbreitung von aktuellen Inhalten das grösste Potenzial des mobilen Kanals.
Kurze und hochaktuelle Informationen, die dem "Mikro-Bildschirm" entsprechend aufbereitet sind, hätten eine gute Chance.
SMS-Dienste könnten die Funktion der E-Mail-Newsletter bald übernehmen. Allerdings sehen mehrere der Experten
dabei die Gefahr, dass auch der mobile Kanal in Zukunft von SPAM verstopft werden könnte. Die Empfänger
würden besonders belästigt, weil mobile Kommunikation als etwas besonders Privates empfunden wird.
Dem mobilen Marketing wird somit das kleinste Potenzial zugetraut.
Abbildung 1: Wo sehen Sie für Medienunternehmen die besten Möglichkeiten für einen sinnvollen und lohnenswerten Einsatz des mobilen Kanals? (n=28)
Die DELPHInarium-Experten sind fast durchwegs zuversichtlich, dass die bestehenden Medien mit Hilfe mobiler Medienangebote
Synergien generieren können. Vor allem Internet- und Printmedien werden von Synergieeffekten profitieren können.
Die funktionale Nähe zum Internet und die ähnliche Klientel spricht für eine aussichtsreiche Verbindung zwischen
Internet und mobilem Kanal. Zudem ermöglicht die aufkommende UMTS-Übertragungstechnik den schnellen, mobilen Zugriff auf das Internet.
Weiter sehen die Experten gute Chancen in der Verknüpfung von Printmedien mit mobilen Angeboten;
z.B. "wenn Information wichtiger als Unterhaltung ist", und weil "Aktualität dann nicht mehr an den Drucktermin gebunden ist."
Abbildung 2: Welche der bestehenden Mediengattungen wird mit Hilfe mobiler Medienangebote in Zukunft am ehesten Synergien generieren können? (n=28)
Allerdings sehen die DELPHI-Experten gerade bei den Printmedien auch am ehesten die Gefahr einer Konkurrenzierung von mobilen Medienangeboten. Etwa aufgrund der Orts- und Zeitunabhängigkeit des mobilen Kanals, sowie wegen des Risikos von weiteren Verlusten der Printmedien im Rubrikenmarkt.
Für die Printmedien besteht Handlungsbedarf, will man die Möglichkeiten des neues Kanals (noch) zu seinem Vorteil nutzen.
Ein knappes Drittel der Befragten glaubt hingegen nicht, dass die mobilen Medien zur Bedrohung werden könnten.
Der mobile Kanal wird von mehreren dieser Experten explizit "nur" als ein Ergänzungsangebot bezeichnet.
Abbildung 3: Welche der bestehenden Mediengattungen wird von mobilen Medienangeboten in Zukunft am ehesten konkurrenziert? (n=28)
Dass der mobile Kanal sich vielleicht am ehesten als Ergänzung zu den bestehenden
Mediengattungen etablieren wird, deutet die Einschätzung zur Entwicklung der Mediennutzung an.
Immerhin knapp die Hälfte der Experten erwartet, dass die individuelle Mediennutzung
infolge der mobilen Möglichkeiten künftig gar zunehmen wird.
"In Zukunft kann man Medien zu Zeiten und an Orten nutzen, wo bis anhin Sendepause angesagt war."
Abbildung 4: Welche Auswirkungen hat der mobile Kanal auf die individuelle Mediennutzung?
Wird sie zeitlich eher zu- oder abnehmen oder wird das persönliche Medienbudget umverteilt? (n=28)
Ein knappes Drittel der Befragten meint, dass es zu einer Umverteilung des zeitlichen Medienbudgets kommt.
Nur etwa jeder fünfte erwartet gar keine Auswirkungen.

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